Sonntag, 14. Januar 2018

Wolle, Wolle, Wolle - Gastbeitrag

Ich habe eine neue Kategorie im Blog aufgemacht... Wolle... Ich mach ja gar nicht viel mit Wolle. Eigentlich wühle ich nur gerne meinen Schafen im Vlies rum und denke: "Boah! Genial!" 
Aber anderer Leute Schafe haben auch schöne Wolle! Und nochmal andere Leute machen schöne Sachen draus. 
Und die möchte ich gerne hier im Blog zu Wort kommen lassen. Die Leute mit den schönen Schafen und die, die was draus machen. 

Als allererstes habe ich Cara um einen Gastbeitrag gebeten. Cara ist faszinierend. Sie hat nicht nur unglaubliche Wollverarbeitungsenergie (und geht da manchmal sogar mit Plan nund Strategie ran! Wahnsinn!) sondern auch ein echtes Händchen für tolle Wolle! Deshalb habe ich sie um einen Beitrag gebeten zu "Glücksgriffen" beim Wollkauf!
Nen Blog hat Cara auch: Cara's favourites


Wolle, die Überraschungen bereitet

Ob nun "Katze im Sack" oder 08/15 mit total überraschendem Ergebnis.
Spontan hatte ich zwei "Wollen" im Kopf. Meine Nr. 81 von meinem Schäfer around the corner für die Überaschung und ein Vlies vom Pommernschaf, das ich über Kleinanzeigen gefunden habe.

Ich habe in den Kleinanzeigen "schwarze Wolle von Pommernschafen" gefunden und weil mir ein Big Pack für 140,- zu viel an Wolle war und ich nicht blind so eine Riesenmenge kaufen wollte, habe ich mir 2 Stück bestellt. Es war kurz vor Weihnachten und es gab genug anderes zu tun, deshalb kam sie erst diese Woche. 
In den Sack reingeschaut, habe ich einen Riesenbollen schwarz mit braun gesehen. Ich habe keine Ahnung, ob das vorne oder hinten, oben oder unten ist.


Es lässt sich mal richtig schlecht fotografieren, außer einem schwarzen Fleck ist auf den Bildern oft nicht viel zu sehen.
Auf den ersten Blick sehe ich ein paar grobe Strohhalme, ein paar lose Nachschnitte und es fasst sich krümelig an. Ich vermute mal Sand.


Je nachdem, wie die Kamera das Umfeld erfasst, wird überraschenderweise manches Bild doch etwas besser 😉 Mein Zeigefinger ist ziemlich genau 7cm lang, darum lege ich jetzt immer gerne die Hand daneben, um einen kleinen Größenvergleich zu haben. Doch, das sind schon schöne lange "Locken".


Da meine aktuelle Probe schon verarbeitet ist, habe ich mir noch ein kleines Stück aus dem Sack geholt, um ein paar Eindrücke aufzufrischen:


Von der Ober- und der Schnittseite her sieht es sehr sauber aus, es riecht eigentlich so gar nicht nach Schaf, also so gar nicht nach Schafstall. Vielleicht, weil die Schafe bis kurz vor der Schur draußen waren? Und der gefühlte Fettgehalt ist eher gering.

Kurz ausgeschüttelt, fällt nicht wirklich viel raus.


Jetzt konnte ich die zwei Vliese bei Tageslicht endlich mal komplett auspacken und das kam das zum Vorschein:


Entweder ist das schwarze ein Riesenschaf, oder das graue ein Winzling. Aber ich finde nix zu meckern, nix filziges, keine Popspartie. Ich habe keine Ahnung, warum das im Big Pack angeboten wurde wie Sauermilch!

Gewaschen habe ich nach meiner Methode, die ich seit letztem Jahr für die Handwäsche bevorzuge: Regenwasser aus der Tonne (wasn Glück für den miesen Winter!) mit ein paar Spritzern Spüli, über Nacht drin liegen lassen und noch einen weiteren Eimer als Spülwasser gleich geholt. Regenwasser im Januar ist trotz fehlender Minusgrade sehr kalt! Also das Spülwasser gleich mit hinstellen, so ist es halbwegs gleich warm, wenn es gebraucht wird.
Getrocknet wird auf einem Etagenwäscheständer im Heizungsraum. Früh schnell gespült, mit der (extra dafür gekauften) Salatschleuder das meiste Wasser rausholen und zum Trocknen ausbreiten, trocknet es bis abends zumindest so weit, dass es eine Runde kardiert und angesponnen werden kann.

Es sind feine Krümelchen drin, der Sand, den ich vermutet habe. Und dickere weiße Klümpchen. Das kalte Regenwasser hat es wohl in die Form umgewandelt, weil es vorher nicht sichtbar war. Es ist Fett, merkt man auch beim Spinnen, ich kann es zerdrücken. Nun weiß ich auch, warum der Sand nicht einfach rausfällt, er klebt daran.

Verflixt schwer zu fotografieren, von 10 Aufnahmen ist das noch die Beste:


Ich habe 3 Abende gebraucht, bis alles versponnen war, obwohl es eigentlich wie Butter durch die Finger lief. Gestern habe ich es dann endlich geschafft. Mit Blitz fotografiert, hat das Garn einen bräunlichen Schimmer, aber das täuscht. Es ist topfschwarz. Zum Zwirnen habe ich es in ein Knäuel gewickelt und gleich mal gewogen: 148g

Aber weil es endlich fertig war, wollte ich das Zwirnen nicht aufschieben, also hab ich es gleich gemacht.


Herausgekommen ist ein schöner (dunkler) Strang. Das Entspannungsbad habe ich mit heißem Wasser aus der Leitung gemacht, damit konnte er über Nacht schön trocknen.

Was mir bei selbst verarbeiteter Rohwolle immer auffällt, ist der beiseite-"Schmutz". Also alles, was bei den verschiedenen Schritten so nebenher auch mit abfällt. Unter dem Stuhl und auch darauf schaut es da meist sehr krümelig aus. Da gefällt mir unser teppichfreier Boden immer sehr gut. Einmal drüber gekehrt, oder mit dem Staubsauger drüber und alles ist wieder weg.
Beim Spinnrad geht es nicht ganz so schnell, aber einmal mit dem Kompressor in der Garage abgeblasen, ist hier auch alles wieder tip-top.


Auch aus dem Entspannungsbad kommt der Strang raus und lässt noch ein paar Federn... ähm Fusseln und Krümel. Einfach feucht ausgeschüttelt bleibt noch mal was auf der Strecke.


Heute früh schon fast trocken finde ich den Strang wunderschön. Es blitzen ein paar silberne Strähnchen durch. Der graue Strang vorne ist ein Vergleich zum Pommern, dass ich schon einmal gesponnen habe. Ich habe ihn rausgesucht, weil ich ihn vor allem in Sachen Weichheit mit dem aktuellen vergleichen möchte. Ich finde keinen nennenswerten Unterschied und freue mich tierisch über meinen letzten Fang. Ich habe nicht herausfinden können, warum die Wolle im Großpack abgegeben wurde, habe aber den Verkäufer schon angeschrieben, dass ich bei er nächsten Schur gerne wieder etwas davon hätte.


Fazit: alles richtig gemacht und Glück gehabt! ♥ 

Freitag, 12. Januar 2018

Wortverwirrung, Kurzgeschichten, Ramblings

Ich kann ja ne Sprache, die ich "Englisch" nenne. Aber ich glaube, das ist gar nicht englisch. Das ist meine ganz eigene Sprache. Wie bei Zwillingen. Ich kenne Leute mit Zwilingskindern und Zwillingsgeschwistern und die hatten alle anfangs ihre ganz eigene Sprache. Und eigene Namen füreinander.
So ist vermutlich mein "Englisch". Ich mag diese Sprache. Viele Wörter sind anders als ihre deutsche Übersetzung. Manchmal enger gefasst, manchmal weiter und manchmal ein klein wenig anders.... manchmal brauche ich auch einfach ein Wort für irgendwas und borg mir eins.
"Rambling" ist so eins. In echt ist das ein ... zielloses Spazieren gehen. Ein Umherstreifen. Rumstreunern vielleicht. "Ramblings" - eine literarische Kategorie! Nicht wirklich literarisch aber halt das Zeug, was ich so schreibe. Rhabarbergefasel vielleicht?

Es gibt auch englische Wörter, die ich in ihrer korrekten Bedeutung kenne und benutze! Es gibt sogar welche, die kenne ich gar nicht auf deutsch. Oder kannte sie lange nicht. Also eins fällt mir da sofort ein: Baler twine! Das habe ich 1994 gelernt. In West Cork. Im Gespräch habe ich das nie gebraucht und in meinem Kopf darf gerne ein Sprachdurcheinander herrschen....  Irgendwann hab ich im Internet gelesen, wie das auf deutsch heißt: Preßkordel!
Baler twine / Preßkordel ist nicht einfach Strick. Preßkordel.... wird auch immer sehr ordentlich aufbewahrt! Immer! Man kann die wegwerfen aber WENN man Preßkordel aufbewahrt, dann ordentlich! Bei den gleichen Leuten in der Küche sieht es dagegen gaaanz anders aus! Vielleicht... gibt es auch Leute mit ordentlichen Häusern UND akribischem Preßkordelaufwahrungssystem... wer weiß? Die Welt ist groß und wunderbar.


Gestern habe ich sogar gelernt, wie man in Österreich dazu sagt. Ballenbändel! Ich weiß, daß das ein Österreicher geschrieben hat, weil er schrieb, er hätte immer ein scharfes Messer und Ballenbändel im Hosensack!
Und das Wort Hosensack kenne ich von meinem österreichischen Kollegen, der mir ab und an hilfreiche Aussprachetipps für norwegisch gibt. (Wie: "Der Name Annlaug - bzw. die letzte Silbe darin - wird ähnlich ausgesprochen wie das steierische steil". So!)

Soviel zu "Ramblings".... DAS fällt mir leicht. Loslabern. Irgend'nen Pfeffer schreiben. Mache ich jeden Tag. Manchmal sind das fast Gedichte und tiefschürfende Gedanken und sowas. Meist nur Pfeffer.
Aber ich würde gerne Kurzgeschichten schreiben. Auf "Englisch". Warum auch immer.

The short stories I'd love to write are ... slightly scary. The deep down fears that words.. stir up. But not fears of monsters and tentacled beasts and such. Or real life fears. The hidden fear that is NOT chasing. Not out to hunt you. The OTHER fear. The one that is patiently waiting where you are going to run TO. The last place you are looking. Maybe a little less scary than that ...

That's going to make a nice present, eh? I don't know why but I would love to.... gift one of the stories that I can't write. Can't write yet. I'm determined to learn! Might take me a year or two...

Sonntag, 31. Dezember 2017

Happy New Year!

Full of

fabulous mondays
fun-filled tuesdays
peaceful wednesdays
glorious thursdays
splendid fridays
cheerful saturdays
joyous sundays


Sending the warmth of my wishes out to you. To all those faraway places. That I can't forget ... and those I have never seen.... and places so close ... (and the ones I did forget... assuming that wishes run on autopilot...)


Hope 2017 gave you lovely memories and 2018 will give you... whatever you need to make more. 

Samstag, 23. Dezember 2017

Frohe Weihnachten!

Oder auch:


Ich kann mich an solchen Wortspielen über alle Maße erfreuen! Also: Fleece Navidad! Und für die, die mit Schafen und Wolle so gar nix am Hut haben (und trotzdem hier lesen):

Feliz Navidad!
Frohe Weihnachten!
Merry Christmas!
Gud jul!
Nollaig shona!

Das wären dann schon alle Sprachen, in denen ich bis "Frohe Weihnachten" gekommen bin. Außer das irische. Da bin ich bei "mach bitte die Tür zu gestartet" und bei Frohe Weihnachten geendet! Zwischendurch hab ich noch den Kinderreim mit dem Leprechaun mitgenommen, der im Tal sitzt und Schuhe heile macht. Dabei zählt er immer mal seine Augen (EIN Auge, ZWEI Augen) und benennt diverse Körperteile...

Ich wünsche Euch ein frohes Fest und besinnliche, glückliche Momente!

MEIN fleece Navidad kam heute mit der Post. Aus Österreich. Eine herrliche Portion Vlies. Vom Texel X Blue Faced Leicester Lamm. Ganz was feines. Lang und glänzend!


Nach dem Waschen bestimmt strahlend weiß und für geduldige Menschen wär das was zum Kämmen und zum Spinnen mit der Handspindel.

Mir geht das nicht schnell genug! Ich hab trotzdem mehrere. Selbstgebaut und gekauft (weil ich wissen wollte, ob die besser sind als selbstgebaute.)


Die "russischen" Spindeln sind selbstgedrechselt. Das war spaßig. Spaßiger, als drauf zu spinnen! Geht schon und man kann ultradünn spinnen aber es dauert ewig! Und dann hat man ultradünnes Garn. Kann man Lace / Strickspitze draus machen. Hab ich auch mal gemacht. Dauert auch ewig. Und dann hat man ein ganz doll elegantes Tuche, das nicht so wirklich zum Rest meiner Garderobe paßt ...

Jetzt bin ich irgendwie abgeschweift.... Sollte doch nur ein Weihnachtsgruß werden!

Alles Liebe und eine besinnliche, glückserfüllte Zeit! 
Und an Geschenken viele, die Ihr Euch gewünscht habt und auch eins, das gar nicht auf dem Wunschzettel stand und Euch über die Maßen beglückt und erfreut! Ich wünschte, ich könnte so ein Geschenk machen!

Mittwoch, 20. Dezember 2017

Weihnachtsvorbereitung

... die fällt hier recht sparsam aus. Die Weihnachtsvorbereitung.

Der Stern hängt. Der hängt immer nach Foula-Kalender. Also so zwei Wochen nach dem traditionellem "Anlichteln" wird er aufgehängt und dafür bleibt er auch zwei Wochen länger hängen. Traditionelles Anlichteln ist hier übrigens am Samstag vor dem ersten Advent. Dieses Jahr waren fast alle Nachbarn schneller dran. Überhaupt glitzert und leuchtet es dieses Jahr deutlich mehr. Hat bestimmt irgendwas zu bedeuten!



Und dann hab ich noch die Schafe dekoriert. Ne Prise Schnee und ein bißchen Heu. Sehr weihnachtlich. Aber mehr dürfen die Vliese bitte nicht eingesaut werden.


Das war es dann auch schon fast mit der Weihnachtsvorbereitung. Ein paar von den Lammböcken hatten heute noch einen Termine ... den man irgendwie auch mit Weihnachten in Verbindung bringen kann... Ostern ist vorbei, Zeit, die Eier abzugeben....

Also hatte ich heute frei für diesen wichtigen Termin mit den Jungs. Früh aufstehen und dann gemütlich rumsitzen. Herrlich! Dann wurde das Rumsitzen länger.... Ich dachte ja schon, mein Tierarzt hätte mich vergessen! Soll vorkommen! War aber nicht so. War einfach nur Zeit für 'nen extra Kaffee.

Wenn man lange Skudden hatte, ist sowas wie der heutige Ablauf eine besonders große Freude! Keine lange Vorbereitung und ausgeklügelte Taktik - die man braucht, um Skudden zu fangen (wenn man keinen Hund hat). Aber auch nen Hund brauchte ich nicht heute.
Man macht einfach die Hintertür auf und ruft die Jungs in den Anbau. Da wird dann erstmal der Tierarzt und seine Ausrüstung neugierig untersucht.
Kann gut sein, daß die alle besonders "einfach" sind, weil ich - aus lauter Skuddengewohnheit - besonders vorsichtig bin. Mit Vertrauen aufbauen und Rufe trainieren. Das die Dödel einem allerdings das "Werkzeug" klauen und damit wegrennen habe ich nicht trainiert. Das machen die von alleine....

Und zum Abschluß - geht ja um Weihnachtsvorbereitung: Falls jemand noch ganz kurzfristig Geschenke für Schafhalter braucht, hab ich mal in meinem Bücherregal geguckt. Ein paar davon könnte man noch rechtzeitig bekommen. Ein paar andere - echt empfehlenswerte Bücher - bekommt man nicht so einfach im Buchhandel oder über Amazon. Von denen erzähle ich dann ganz ohne Zeitdruck NACH Weihnachten.


Was für's Auge: Schöne Schafe. Ein Bildband mit... schönen Schafen! Fotostudiobilder von Schafen! Davon gibt es auch einen Kalender.

Ebenfalls für's Auge aber auch mit Text: Schafleben von Katharina Favre und Eva-Maria Wilhelm. (Alpine Schafgeschichten. Ob die Texte gut sind kann ich noch gar nicht sagen! Ich hab es wegen der Bilder gekauft und hab bis jetzt auch nur die Bilder angeguckt. Wunderbar! Der Klappentext sagt ... in diesem Buch wird den Geheimnissen nachgespürt, die sich unter dem dichten Fell und hinter dem stillen Blick verbergen. Die Bilder schaffen das schon - in diese ganz andere Welt zu entführen)

Auf englisch hätte ich da noch Sheep von Phillip Armstrong. Kulturgeschichte der Schafe. Vom goldenen Vlies zu Dolly dem Klonschaf. Viel Hintergrund und viele echt interessante Überlegungen. Warum gelten Schafe bei uns als dumm? Einer meiner Trigger übrigens... wenn irgendwo Menschen als Schafe bezeichnet werden, die ja bekanntlich dumm machen, was man ihnen sagt. (Noch schlimmer wenn es heißt, man will als Führungskraft keine Mitarbeiter haben, die wie Schafe sind. Soll heißen: Die immer auf Anweisungen warten und nicht nachdenken.) Ich empfehle dazu: Steck Dir ein Klauenmesser in die Tasche, geh auf die Weide und bring ein paar Skudden in den Pferch. DANN reden wir weiter. Überhaupt denke ich ja, daß Menschen im Management und in der Politik viel von Schafen lernen könnten. Zum Beispiel, wie leicht durchschaubar man ist.

Oh - und auf dem Stapel der empfehlenswerten Bücher liegt natürlich auch Bunte Schafe. Also mir gefällt es immer noch sehr gut. Reingucken kann man auch mal bei google books

Samstag, 16. Dezember 2017

Musikanten Limericks - work in progress

Oder eigentlich: Nicht in progress. Das ist echt schwer! Mir ist mal ein Limerick zu bunten Schafen eingefallen, in dem die EU vorkam. "Musiker" ist schwieriger!


Eigentlich stricke ich gerade nen Pullover aber hab keine Lust auf das Ende vom ersten und den Anfang vom zweiten Ärmel (hab mit nem Ärmel angefangen! Nicht daß da wer denkt, der Pulli würde fertig, bevor es Frühjahr wird!)
Also Limericks! Da hätten wir bisher:

Da war mal ein Mann mit ner Harfe
der hatte ne echt fiese Larve
Doch Mary, die schöne
hört nur seine Töne
la lala la lala -arfe

Ohjemineh! Das ist schon schlecht, bevor es fertig ist!




Oder:
Da gab's diese Lady (mit Flute)
die spielte gern laut (selten gut)
sie ging niemals raus
das war ihr ein graus
denn ihr fehlte der passende Hut


Verdammig! Es gibt einfach nicht genug Reime! Bodhrán kann man ja gleich mal komplett vergessen! Banjo ist auch was für Fortgeschrittene. Da hab ich immerhin schon mal "...man with a banjo - who mumbled: You bet that I can, Joe!"


Nur braucht man ja immer nen Drittreim! Da hört es auf...


There was a young fella (played box)
who thought himself sly as a fox
he met with a fiddle
wo played him a riddle
la lala la lala la lox


Und was ist mit der Concertina mit Hut? Die könnte zwar Nina heißen aber drei Silben sind blöd. Da muß man einen Slip Jig Limerick machen!

Bouzouki? Vergiss es! 
Und Pipes? Ist "yikes" ein valider Reim auf Pipes? Oder man stellt das Uilleann nach hinten und reimt mit Pillen. Und "zu Willen". Uih! Das wird ein schmutziger, schmutziger Limerick! 


Freitag, 15. Dezember 2017

Wolle: Sooo teuer? Da kauf ich mir doch ein Schaf dafür!

Es gibt Premiumwolle. Und echt exotische Premiumwolle. Wenn man dafür einen sehr guten Preis aufruft, ist das gerechtfertigt. Diesen Preis für zu teuer zu halten steht jedem frei. Wenn ich da keinen Unterschied sehe oder fühle zu dem, was mein Nachbar mir schenkt: Super Sache!

Skuddenwolle - eher nix Besonderes aber durchaus interessant
Andere sehen da einen Unterschied und können und wollen das Geld auch aufbringen.
Rohwolle
Heute habe ich bei ner Diskussion über Rohwollpreise was gelesen. Nämlich daß man sich für das Geld ja auch ein Schaf kaufen kann. Kann man? Das hat mich interessiert. Kommt man billiger, wenn man seine Rohwolle selber produziert? Kann man sich vielleicht sogar eine goldene Nase verdienen bei diesen Preisen?

Mal flugs überschlagen. Ich mach das also selber.... Ich brauche drei Schafe (so halbwegs artgerecht soll es ja sein). Ich will nicht züchten also nehme ich keine teuren Zuchttiere sondern drei Faserhammel zum Schlachtpreis. (Hammel haben oft die schönere Wolle und werden auch meist zahmer). Schlachtpreis 100€/Tier
300€
Dazu kaufe ich noch drei E-Netze und ein Weidezaungerät. 450€
750€
Die Wiese habe ich geerbt und die ist direkt hinterm Haus. Kostet mich nix.
Dann kaufe ich noch nen Eimer und ne Klauenschere und so Zeug für 20€
770€
Ne Raufe baue ich selber. Das Material organisiere ich für 20€
790€
Der Unterstand ist aus ranorganisiertem Zeug auch für 100€ gebaut. Ich bin ja Sparfuchs.
890€

Ich will ja so exotische Wolle... sagen wir mal WensleydaleXGotland. Oder Blue Faced Leicester Mix. Ich wüßte sogar, wer mir vielleicht solche Tiere verkaufen würde. Luftlinie 400 km. Rechnen wir mal mit 300km. Den Hänger für den Transport organisiere ich umsonst. Daß ich bei so einer Entfernung einen Sachkundenachweis für Transport bräuchte, ignoriere ich mal. 90€ für Sprit
980€

Das sind alles einmalige Kosten. Da rechnen wir mal damit, daß ich alles 10 Jahre lang habe. Auch den Eimer und die Klauenschere. Ein Buch über Schafe kaufe ich nicht.

Macht 98€/Jahr Investitionen für meine drei Schafe.

Jetzt die laufenden Kosten:
Pro Schaf pro Jahr
20€ für Heu
10€ Kraftfutter
10€ für den Tierarzt (inklusive Wurmmittel und anderer Medikamente) und die Tierseuchenkasse.
5€ für den Schafscherer

Macht 143€ pro Jahr. Rechnen wir mal mit 3kg Wolle pro Tier. Macht 15,88€ pro kg.

Allerdings habe ich ja auch Zeit reingesteckt. Sagen wir mal 5 Minuten pro Tag. An einigen Tagen guckt man nur kurz nach den Tieren (die sind ja direkt hinterm Haus), an anderen muß man umstecken, füttern, Klauen schneiden, entwurmen, Wiese nachmähen etc. Dafür zahle ich mir Mindestlohn. (Ich könnte ja auch für Mindestlohn arbeiten gehen und mir davon Wolle kaufen). Da bin ich plötzlich bei 45€/kg. Also zahl ich mir lieber doch nix. Ich kauf auch dem Nachbarn keine Flasche Wein für's "nach den Schafen gucken" falls ich in den 10 Jahren doch mal nen Tag oder auch mehrere irgendwo anders sein muß/möchte.

Shetlandschaf
Die Kosten sind gaaanz unten angesetzt. Sparfüchse bekommen das schon hin! Ich habe auch nicht einberechnet, daß die Wolle nicht jedes Jahr gelingt. Im ersten Winter lerne ich nämlich, daß dieses Standard-Raufen-Design, daß ich so günstig gebaut habe, gar nicht taugt für "Wollproduktion". Die sind im Null komma nix eingefüttert wie Sau! (Verdammt! Ich hab die Einstreu für den Unterstand vergessen in der Kalkulation. 20 Euro für nen Rundballen Stroh. Reicht zwei Jahre bei meinem Mini Unterstand. Drei Euro pro Jahr pro Tier = 1€ pro kg Wolle.)
Die Zeit, die ich im Internet recherchiere nach besseren Möglichkeiten für ne Raufe, knappse ich von den täglichen fünf Minuten ab. Macht aber nix, daß die Wolle im ersten Frühjahr komplett eingefüttert ist. Ich hab nämlich echt Probleme, einen Schafscherer zu finden und der, der dann kommt, zerschnippelt mir die Vliese. Im zweiten Winter bitten die Nachbarskinder so nett, ob sie beim Füttern helfen dürfen. Uuuupppsss - da ist das Heu in der Wolle gelandet statt in der Raufe. Das Jahr drauf ist eines dieser seltsamen Frühjahre. Naß, super warm, naß, kalt - immer abwechselnd. Da verfilzt mir die Wolle am Schaf.

In dieser völlig utopischen Kalkulation kostet mich das kg Rohwolle also 16,88€. Reine Produktionskosten.

Na dann mal los! Ich hab da drei reizende Jungs, die spitzen Faserhammel wären. Sind 3/4 Shetland - also sehr klein. Fressen weit weniger und wenn man Schlachtpreis veranschlagt, kosten sie entsprechend weniger. Ist aber auch nur ein gutes kg Wolle dran. Macht 38,66€ reine Produktionskosten. (Das Stroh müßte da noch drauf. Das ist pro Tier und nicht pro kg Körpergewicht oder kg Wolle.... 41€/kg Wolle.)

Also nein: Wolle, die unter 16,88€/kg kostet, kann man nicht so einfach billiger selber produzieren.
Schafhalter kalkulieren üblicherweise ganz ohne Wollerlöse. Hobbyhalter wie ich kalkulieren gar nicht. Die Schafe machen Spaß und zumindest bei mir ist die Wolle ein Grund, stolz zu sein. Drum kostet die Wolle auch nur, was man selber haben möchte für die Extra-Arbeit (Sortieren, Internetverkauf von Einzelvliesen inkl. Bilder und Beschreibung, Emails schreiben, Wollproben verschicken). Damit geht man rauf oder runter - je nachdem, ob man was Besonderes anzubieten hat oder nicht.

Auf diese Wolle freue ich mich schon!