Sonntag, 30. April 2017

Hexenbrennen - Lausitz-Vodoo

Als ich hier her gezogen bin, fand ich das einen sehr seltsamen Brauch .... zur Walpurgisnacht Hexenpuppen zu verbrennen.... aber das erste Hexenbrennen war ziemlich genial! In Göda. Das sorbische Nationalensemble hat in coolen Kostümen eine tolle Show geboten. Alles, was im letzten Jahr schief gegangen ist, wurde "der Hexe" in die Schuhe geschoben. Global, national, regional - bis zu den Schlaglöchern auf der Dorfstraße. Die Hexe hat Schuld und wird dafür verbrannt. Und dann startet man in ein neues Frühjahr mit einem neuen, weißen Blatt!


Letztes Jahr wollte ich ganz viel Schmerz verbrennen. Und die Hexen brannten nicht. Dieses Jahr war anders. Unter meinen Lieblingsmond- ich hoffe, das bedeutet etwas....


Das ist schön! Diesen Mond zu sehen und zu hoffen, daß alle, die ihn jetzt sehen, ihn anlächeln! Und vielleicht 'nen Tune spielen!

Bei uns werden keine politischen Reden geschwungen - was mir ganz recht ist - würde ich sicherlich nicht ertragen.... aber so ganz unpolitisch: Nur mit Bier und Bratwurst - ist die freiwillige Feuerwehr ganz fetzig!


Donnerstag, 20. April 2017

Wieder was gelernt - Praktikerschulung Schaf und Ziege

Auf dem Lehr- und Versuchsgut Köllitsch. Thema war Klauenpflege und Schur und grundsätzliche Gesundheitssachen....

Die Fahrt nach Köllitsch war gar nicht lang aber irgendwie ist es dort (bei Torgau) schon ganz anders... irgendwie brandenburgisch. Also die Dörfer. Ganz anders. Und die Straßen sind auch nicht ganz so, wie hier... so schnieke Alleen haben wir auch - aber die sind nicht gepflastert.....


Einfach losfahren mit einem Ziel, das was mit Schafen zu tun hat: Toll! (Noch ein Grund, Lämmer zu haben. Die "binden einen fest". Damit ich nicht wegtreibe.... wenn ich einmal so losfahre könnte ich durchaus .... )


MEIN Lernziel für heute: Große Schafe auf den Hintern setzen! 
Und ein paar Tricks für's Klauenschneiden. Große Enttäuschung bei den Klauen. Es gibt kein Tricks! Klauenschneiden ist einfach ätzend! Und riesige Merinoklauen, die über Monate im Stall schön trocken standen, sind richtig, richtig ätzend!

So'n Klauenpflegestuhl ist aber ganz praktisch....





Das mit dem Hinsetzen (der großen Schafe) war fluffig. Dicke Merino-Fleischschafe und Schwarzköpfe sind irgendwie dafür gemacht. Zack bumm fluppen die auf den Hintern. Ziemlich cool! Zuhause habe ich das mit der dicken Dörthe gleich mal probiert: Nix da! Für die gilt das nicht. Die steht wie einbetoniert!

Geschoren haben wir auch. So ne richtige Maschine, bei der man nicht den Motor im Handstück hat, ist schon was feines! Wiegt nix und schneidet wie warmes Messer in Butter! Dafür ist die hier traditionelle Bankschur so gar nicht meins! Voll unpraktisch und (zumindest beim ersten mal) ein systemloses Durcheinander! So "neuseeländisch" macht man erst die nervigen Ecken, Kanten und Fitzelstücken und dann die schönen Flächen. Bankschur ist, als würde man beim Malern erst die Fläche machen und müßte sich dann mit den Kanten an Türen und Fenstern und Steckdosen rumärgern.... außerdem ist es unpraktisch, daß das Schaf so weit oben ist und man es gar nicht recht zwischen den Beinen hat. Es sei denn, man hat besonders lange Beine...


Merino-Fleischschafe haben richtig feine Wolle. Allerdings habe ich die bei der Stapel-"Länge" gleich mal gedanklich als ungeeignet abgestempelt für Handspinner. Aber gerade fällt mir ein, daß die ja ihre Lämmer scheren und daß wir zum Scheren Jährlinge hatten. Also nur ein halbes Jahr Wollwachstum.....


Der Gesundheitsteil war auch interessant aber nicht sonderlich fotogen....


Deshalb einfach noch ein Bild von einem Lamm...


und von 'nem Schaf, das sein Lernziel ebenfalls erreicht hat:


und ein hübscher Ausschnitt aus dem Gebälk:



Mittwoch, 19. April 2017

Ganz schön belämmert! Shetlandschafe und Mixe mit Skudde

Völlig belämmert bin ich noch nicht. Aber ganz schön.....

Hier gab es ein paar Jahre keine Lämmer und jetzt ist es bunt und wuselig (und laut!)
Lämmer sind irgendwie... echt... und richtig... ein Taktgeber im Jahr und was zum Erden.


Shetlandmix


Außerdem halten sie mich von einer spontanen Wochenend-Reise ab, die gar keine gute Idee wäre (mir aber trotzdem durch den Kopf ging)

Statt dessen werde ich Lämmer beobachten. Und vielleicht 'nen Tune spielen...

Ich bin ganz begeistert von meinen Mixen aus Shetlandschaf und Skudde! Es ist echt spannend zu beobachten, wie anders sie sich verhalten im Gegensatz zu den beiden Shetlandschafen. Eben auch im Umgang mit den Lämmern!
Helikoptermütter wie Skudden. (Dabei aber deutlich entspannter.) Das Lamm ist kaum auf der Welt, wird Rückruftraining gemacht. Und Lämmer bleiben gefälligst immer bei Fuß!


Die beiden Shetlandschafe dagegen parken ihre Lämmer an einem sicheren Ort und gehen fressen. Die Lämmer bleiben artig und ruhig da und warten. (Na ja - in den ersten Tagen. Danach ist wilde Lämmerhatz angesagt!)

Shetlandlamm gulmoget

Eines der schnuffeligen Shetland-Bocklämmchen. Käpt'n Flint der Gurkenhals!

Shetlandlamm gulmoget

.... und der ebenfalls sehr gelungene Bruder. DEN kann man mit seiner Tarnfarbe schnell übersehen!

Shetlandlamm gulkat

Ebenfalls zuckersüß. Und noch namenlos. Wie die Mutter. Mir scheint, ich hab da ein System...

Shetlandlamm katmoget


Sehr ähnliches Design mit einer Prise Skudde:

Hoxa

Und ein richtiger Exot was die Farbe angeht: Einfarbig braun! Hatte ich noch nie. Weder einfarbig noch braun!

Shetlandmix


Der kleine Kerl wird mal grau. 



Er und seine Schwester sind irgendwie.... anders.... gar nicht wie Shetlandschafe und auch nicht wie Skudde..... witzig....

Shetlandmix

Die sehen aus wie Schoßhündchen! Total übertriebenes Kindchenschema!


Von der "Behaarung" ist bei den Lämmern alles dabei. Fluffig, haarig, skuddig. Glatt und dicht, kleine Krisellocken. Angeblich sagt das über die spätere Wolle rein gar nichts aus und wenn ich die Lammbilder der ersten Mixe mit den ausgewachsenen Tieren vergleiche, stimmt das auch. Mein netter Hammel und die Halbschwester waren als Lamm komplett unterschiedlich und haben heute ziemlich tolle feine Locken, die man nur an der Farbe unterscheiden kann.

Wollhammel


Die beiden sind übrigens die einzigen, die nicht mischwollig sind. Die Mischwolligen habe ich - glaube ich - bisher komplett unterschätzt. Neulich habe ich beim Kraulen mal eine Locke mitgenommen und... hui... ja - man muß Deckhaar trennen, wenn man nur das Feine haben will aber das sieht gut aus! Ich hab noch zwei kardierte Vliese die ewig schon auf Spinnerei warten. Komme ich nicht zu.... Vielleicht sollte ich die Verkaufen... (da habe ich allerdings kein Deckhaar getrennt - alles durcheinander.) 



Apropos verkaufen: Ich werde auch die ersten Mixe abgeben. Die sind genial - gelungene Synthese beider Rassen. Ruhiger und zutraulicher als Skudden aber mit deren Standorttreue und Herdenzusammenhalt. Und überhaupt ganz klasse Tiere - nur leider wird hier der Stallplatz eng wenn ich alle behalte, die mir gut gefallen!

Freitag, 7. April 2017

Glücksbringer

..... dummdidumm.... warten auf Lämmer.....
Das erste ist eins von denen, die ihren Namen nicht verraten!
Die meisten Schafe haben einen Namen - die guckt man an und weiß, wie sie heißen. Dieses niedliche kleine Ding ist da etwas zurückhaltend
Also werde ich einen aussuchen. Unter meinem Lieblingsmond geboren fallen mir ja gleich mehrere Namen ein....
Die Idee, sie nach etwas zu benennen was Glücksbringer bedeutet, war auch nicht schlecht - hat aber nicht wirklich was ergeben. Irgendwo gibt es ein JuJu als sowas wie nen Talisman..... mmmhh....


Na ja...dummdidumm... noch reicht als Name "das Lamm"!


Wird Zeit für Spielkameraden! Mit den Erwachsenen läßt sich nicht soooo viel Spaß haben. Die Shetlandschafe sind tiefenentspannt - die sind super, zum drauf schlafen. Die Mixe sind etwas weniger entspannt mit so 'nem kleinen Wuselding. Die sind super zum erschrecken.


Also - wir warten....

Gute Nacht! Oh und Glück bringt sie auch ohne Glücksbringernamen!